Online-Fortbildung

Eine Übersicht aller Seminartermine finden Sie unter Infos.

Da es leider nicht möglich ist, die Nachfrage nach körperpsychotherapeutischer Weiterbildung mit Wochenendseminaren abzudecken, bietet das IKW ab 2021 eine Online-Fortbildung in Form von 10 Seminaren an.

Die Idee dazu entstand auch deshalb, weil 2020 einige Interessent*innen im Zuge der Corona-Epidemie die Teilnahme an Live-Gruppen scheuten und weil das für Juli 2020 geplante Blockseminar in Pforzheim angesichts der geltenden Bestimmungen auf eine Online-Fortbildung umgestellt werden musste. Die Erfahrung in diesem und anderen Seminaren zeigte, dass auch im Online-Format eine praxisbezogene und mit Selbsterfahrung verknüpfte Vermittlung von Körperpsychotherapie möglich ist, wenngleich dies den unmittelbar erfahrenen Kontakt nicht ersetzen kann.

Gegenüber diesem Nachteil hat eine Online-Fortbildung für die Teilnehmer*innen einige  Vorteile: geringerer Organisationsaufwand, keine Fahrt- und Aufenthaltskosten, durch Wegfall von Mieten geringere Teilnahmekosten.

Dozent aller Online-Fortbildungen: Ulfried Geuter

24. März 2021  |  Einführung in die erlebenszentrierte Körperpsychotherapie
Dozent: Ulfried Geuter

In der Körperpsychotherapie nutzen wir das Körpererleben, um die Bedeutung von Erfahrungen zu erschließen, die Selbstwahrnehmung zu differenzieren oder Affekte wahrzunehmen und zu regulieren. In diesem Seminar werden das erlebenszentrierte und relationale Verständnis  der Körperpsychotherapie sowie  einige historische und theoretische Grundlagen erläutert und in Übungen praktisch vorgestellt.

21. April 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

“Wahrnehmen und Spüren” betrachte ich als das grundlegende Prinzip körperpsychotherapeutischer Arbeit. Nur wer sich, die anderen und die Welt wahrnimmt und spürend erfasst, kann etwas bewusst erleben und sein Erleben mit Sinn füllen. In dem Seminar werden wir die Bedeutung der Körperwahrnehmung in der Psychotherapie besprechen und anhand eigener Erfahrung ausprobieren, wie wir bei Patienten die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen fördern und von ihrem Körpererleben dissoziierte Patienten über das Spüren wieder an die innere und äußere Wirklichkeit anbinden können.

5. Mai 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

Um sich selbst und die Welt wahrzunehmen, bedarf es eines geistigen Zustands der Aufmerksamkeit und des wachen Gewahrseins in der Gegenwart. Aufmerksamkeit hilft, die Bedeutung eigenen Erlebens zu ergründen, einen inneren Beobachter zu etablieren oder durch Achtsamkeit einen Zustand der Transformation im Nicht-Handeln herbeizuführen. Wenn wir die Aufmerksamkeit auf den Atem richten, kommen wir mehr in die Gegenwart. Und wenn wir als Therapeuten den Atem des Patienten beobachten, erhalten wir Hinweise auf sein Erleben im therapeutischen Prozess.

19. Mai 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

In einer erlebenszentrierten Körperpsychotherapie erkunden wir mit den Patienten, was sich zeigt, und versuchen zu entdecken, was noch nicht bekannt und von der Erfahrung ferngehalten oder ausgeschlossen ist. So werden sie sich ihrer unbewussten  Muster des Erlebens und Verhaltens mehr gewahr. In einer Befragung von Yalom nannten Patienten als den für sie nützlichsten Faktor, “mir früher unbekannte oder unannehmbare Züge meiner selbst” zu entdecken und zu akzeptieren. In der Körperpsychotherapie fördern wir diesen Prozess mit Hilfe verschiedener Techniken wie Tracking, Verstärken, Übertreiben, Vermindern, Unterdrücken, Gegenteiliges tun oder Unterschiede erforschen.

16. Juni 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

Wenn Patienten nicht spüren können, was sie bewegt, wenn sie in ihren Gefühlen gehemmt sind und ihre Emotionen zu stark kontrollieren, helfen wir ihnen, stärker in ihr emotionales Erleben zu kommen und ihre Gefühle auszudrücken. Atem und Bewegung sind die wesentlichen körperlichen Mittel unspezifischer emotionaler Aktivierung. Über Ausdrucksbewegungen können Patienten spezifische Emotionen wie Wut oder Trauer deutlicher erleben.

20. Oktober 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

Im Unterschied zu gehemmten Patienten werden andere von ihren Gefühlen überrollt oder können ihre Impulse nicht steuern. Ihnen mangelt es an einer Kontrolle ihrer Affekte und Impulse. Mit dem Prinzip “Regulieren und Modulieren” versuchen wir Patienten zu unterstützen, auf körperlichem Weg emotionale Erregung abzumildern, auszuatmen oder abzuzittern, Emotionen zu begrenzen und Handlungen zu steuern. Das ist vor allem in der Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgen wichtig.

3. November 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

Patienten können sich besser regulieren, wenn sie mehr an sich selbst und an die Umwelt angebunden sind. Auf körperpsychotherapeutischem Weg können wir dies dadurch fördern, dass sie ihre innere Mitte spüren, das heißt sich zentrieren, und dass sie die Verbindung zu dem sie tragenden Boden spüren, das heißt sich erden. Eine Reihe von klassischen Methoden und Techniken aus verschiedenen Richtungen der Körperpsychotherapie dienen der Zentrierung und dem Grounding. Im inneren Aufrichten lässt sich das Erleben von Mitte und Grund miteinander verbinden.

17. November 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

In Enactmens machen sich Muster des Erlebens, Denkens und Handelns in Beziehungen bemerkbar. Mit einer aktiven szenischen Arbeit können wir an solchen Mustern arbeiten, indem Patienten in der Therapie etwa eine Lebenserfahrung, einen Konflikt oder einen Traum szenisch darstellen oder einen bewegten Dialog mit eigenen inneren Anteilen, einem Symptom oder einem imaginierten anderen führen. In Interaktion mit dem Therapeuten lassen sich Beziehungsmuster oder Übertragungen in Handlungsdialogen erkunden.

8. Dezember 2021  |  Dozent: Ulfried Geuter

Will man Erfahrung ins Bewusstsein heben, bedarf es einer Sprache, die mit dem (Körper)Erleben verbunden ist. Körperpsychotherapie ist kein nonverbales Verfahren. Sie pflegt vielmehr eine erkundende Sprache, die körperliche Zustände oder Empfindungen in treffende Worte zu fassen versucht.  Diese zeichnet sich aus durch nicht-wertendes Beschreiben, Nähe zum Erleben, Verbundenheit mit dem körperlichen Geschehen, Offenheit, Achtsamkeit und Bezug auf das Prozessgeschehen in der Gegenwart. In dem Seminar werden wir die Arbeit mit dem Wort in der Körperpsychotherapie erörtern und erproben.

10. Januar 2022  |  Dozent: Ulfried Geuter

Psychotherapie ist auch eine Kommunikation von Körper zu Körper. Als Therapeuten verstehen wir den Patienten nicht zuletzt über unsere eigene leibliche Resonanz. In der Übertragung zeigen Patienten frühe Beziehungserfahrungen in Fantasien, Gedanken und Gefühlen sowie in affektmotorischen Mustern, die in der Beziehung zum Therapeuten aktiviert werden. Diese Muster sondieren wir in der Körperpsychotherapie im Hier und Jetzt der Beziehung und ermöglichen dabei korrigierende Erfahrungen in der Interaktion.

Buchung und Kosten

Die Online-Fortbildung kann nur als ganze gebucht werden. Sofern Plätze frei sind, ist nach Absprache eine Teilnahme an einzelnen Seminaren möglich. Die Teilnahmegebühr für alle zehn Module beträgt 840,00 €.

Zeiten

jeweils mittwochs von 16.15-20.30 Uhr

IKW
Institut für körperpsychotherapeutische Weiterbildung

T +49 30 7870 7213